02. Juni 2019 – Drahtkörbe gegen Wühlmäuse

Buddleja mit Wühlmausfraß

Unser Versuch, die Wühlmäuse auszutricksen

Du erinnerst Dich, wir haben reichlich Wühlmäuse in unserem Permakulturgarten. Sicher liegt es daran, dass der Garten im letzten Jahr noch eine reine Wiese war. Den Wühlmäusen sind schon einige Stauden, Kräuter, Topinambur- und Kartoffelknollen zum Opfer gefallen. Ich finde das sehr traurig, denn wir geben uns wirklich Mühe, eine möglichst große Vielfalt heimischer Wildstauden, Bauerngartenstauden, Obststräucher, Insektenpflanzen und Kräuter anzusiedeln.

Ab und zu mogelt sich auch eine Pflanze in den Garten, die nicht aus unseren Breiten stammt, wie z.B. die Tomate oder auch die Buddleja, die als Schmetterlingsmagnet viele hübsche Falter in den Garten lockt. Gerade die Buddleja ist es, die mir in den letzten Wochen zunehmend Sorgen bereitete. Erst wollte sie nicht wachsen, dann wurde sie lichter und die unteren Blätter verfärbten sich gelb. Ein Nährstoffmangel kam nicht in Frage, auch der Standort war optimal (vollsonnig und mit Platz zum Wachsen).

Irgendwann reichte es mir und ich zog beherzt den kleinen Strauch aus der Erde. Viel Kraft brauchte ich nicht dafür, denn der Wurzelbereich zeigte sich stark geplündert. Die Hauptwurzel war bis auf einen kurzen Stummel weggefressen und auch ein Teil der Seitenwurzeln fehlte. Ob die Buddleja noch zu retten ist?

Buddleja mit Wühlmausfraß
Gut zu sehen, wie die Wurzel gekappt wurde und auch die Seitenwurzeln angefressen sind
Die ehemals starken, dunkelgrünen Blätter sind hellgrün bis gelb, im unteren Bereich fehlen sie schon ganz

Drahtige Rettung in letzter Sekunde

Nachdem nahezu die gesamte Herbstpflanzung an Kartoffeln, 3/4 der Topinamburknollen, viele Kräuter und jetzt auch noch die Buddleja von den Wühlmäusen vernascht wurden, bin ich mit meiner Geduld am Ende. Dabei will ich die Wühlmäuse ja nicht vernichten, sondern sie lediglich davon überzeugen, dass es sich nicht lohnt, unseren Garten zu unterwandern und an jeder Köstlichkeit zu knabbern ;-). Bis jetzt habe ich es vermieden, gegen die Wühlmäuse etwas zu unternehmen. Der Garten ist groß genug und auch drumherum gibt es reichlich Wildwuchs. Es ist also nicht so, dass die pelzigen Zeitgenossen Hunger leiden müssten.

Schon des Öfteren habe ich von Drahtkörben gelesen, die man zum Schutz der Pflanzen vor Wühlmausattacken einsetzen kann. Also kaufte ich mir im Baumarkt 2 Meter kleinmaschigen Kaninchendraht (von der Rolle) in 50 cm Höhe und teilte ihn in 4 gleichgroße Teile. Denn nicht nur die Buddleja wollte ich so schützen, sondern auch noch 3 Himbeerruten, nachdem 4 von 10 Ruten nicht angewachsen waren, obwohl sie gutes Wurzelwerk hatten.

Den Draht habe ich ohne großen Plan einfach zu einem Körbchen gebogen und die Endstücke miteinander verzwirbelt (eingedreht). Von oben setzte ich die Pflanze hinein. Am Beispiel der Himbeere sieht das dann so aus:

Ein selbstgebastelter Drahtkorb schützt die Himbeerpflanzen vor Wühlmausfraß

Den Rand aus der Erde schauen lassen

Den Drahtkorb mit der Pflanze setzte ich in das Pflanzloch, gab etwas Erde in den Korb und schlämmte sie mit Wasser gut an. Dann wieder Erde und Wasser, bis der Korb und das umliegende Pflanzloch gut gefüllt war. Nochmal angießen und gleichzeitig andrücken, fertig. Damit die Wühlmaus nicht in den Korb läuft, sollte er etwa 5 – 10 cm aus der Erde ragen. Wühlmäuse klettern wohl nicht, wie ich gelesen habe.

Die Buddleja mit ihrem Drahtkorb sitzt wieder in ihrem Pflanzloch. Ob sie sich jemals wirklich erholt?
Der obere Rand des Drahtkorbes mit der Himbeere schaut etwa 5 – 10 cm aus der Erde

Auf jeden Fall sind wir gespannt, ob das mit den Drahtkörben funktioniert und wir die Buddleja dauerhaft retten können. Wir werden später noch mal darüber berichten.

Unsere Philosophie

Die Wühlmäuse mit Gift oder Fallen zu töten, kommt für uns Naturfreunde nicht in Frage. Einen Drahtkorb um besonders gefährdete Pflanzen zu legen, ist jedoch für uns ein akzeptabler Kompromiss. Bis der Draht sich mit den Jahren „auflöst“ sind die Pflanzen hoffentlich so stark geworden und haben sich dabei reichlich vermehrt, dass eine eventuelle Wühlmausattacke keinen auffallenden Schaden mehr anrichten wird.

Knoblauch gegen Wühlmäuse

Als weitere Maßnahme werden wir im Herbst nicht nur, wie bisher, in einzelne Beete Knoblauchzehen stecken, sondern im ganzen Garten etwa alle 50 cm eine Zehe in die Erde bringen. Wir können gut beobachten, dass sich die Wühlmäuse von den Zonen fernhalten, in denen Knoblauch wächst.

Update Juli 2020

Leider haben zwar die Drahtkörbe geholfen, jedoch nicht die Knoblauchzehen. Selbst rund um den gepflanzten Knoblauch haben die Wühlmäuse ihre Gänge angelegt und Stauden, Gemüse, Kräuter und Blumenzwiebeln weggefressen. Von jungen Bäumen und Sträuchern wurden die Wurzeln bis zum Stamm gekappt, so dass sie einfach umfielen und nicht mehr zu retten waren. Was wir jetzt dagegen tun, erfährst Du in unserem Artikel „Mit der SuperCat gegen Wühlmäuse“.

4 Kommentare zu „02. Juni 2019 – Drahtkörbe gegen Wühlmäuse“

  1. Kraftpflanze

    Mäuse haben bei mir die Apfelbäume sehr gern. Eine große Ölweide knabberten sie gerne an der Wurzel, jetzt auch Feige. Poree schmekt denen auch, Knoblauch vertreibt wohl nur die andere Art der Mäuse – die Vampire :). Mit meinen Gartengenossen habe ich eine andere Erfahrung gemacht. Direkt an der Kreuzblättriger Wolfsmilch bedindet sich ein Eingang in Ihre Bauwerke.
    Nähste Runde sind die 50 Kaiserkronen.
    Holunderäste haben nichts gebracht. Möglicherweise gepflanzter Holunder?
    Härteste BioMäusevertreiber ist die Gemeine Hundszunge, die bei mir bis jetzt nie keimte. Jetzt zum ersten mal (Aussaat vom letzten Jahr) kommen ein paar Pflänzchen…

    Wie wäre es mit Katzen, Mauswiesel und Greiffögel?

    1. Ich vertraue darauf, dass sich mit der Zeit immer mehr natürliche Feinde der Wühlmäuse in unserem Garten ansiedeln oder ihn zumindest als Nahrungsquelle betrachten. In diesem Winter hat der Fuchs vermehrt den Garten aufgesucht. Vielleicht hat er die Nager schon dezimiert. Auch die 3 Kater vom Hof erlegen hin und wieder eine Wühlmaus, die sie dann als Nachweis vor dem Gartentor liegen lassen 😉 .

      1. Ich hatte heuer im Winter einen Hermelin im Garten. Der hat sicher viele Mäuse erledigt. Die Weide ist trotzdem abgeknabbert, genauso wie der Apfelbaum. Ich versuche ebenfalls, aus einer Wiese einen schönen Garten zu gestalten. Die Massen an Wühlmäusen machen mir das aber sehr schwer (und teuer).

        1. Hallo Sigrun,
          ja, der Verbiß den die Wühlmäuse anstellen, ist sehr ärgerlich. Die Himbeeren, die Buddleja sowie der Flieder, die ich im Frühjahr allesamt in Kaninchendraht eingepflanzt habe, hatten sich bereits bis zum Herbst super erholt und sind gut gewachsen. Das hilft also schon mal und ist wirklich ein guter Tipp für gefährdete Pflanzungen (auch von Blumenzwiebeln).
          Ich hoffe, dass der Fuchs jetzt im Winter gut aufgeräumt hat und die Mäuse allmählich weniger werden. Ich vertraue darauf, dass sich in unserem Garten eine gute Population von Nützlingen ansiedelt, die den Wühlmäusen stark zusetzen.
          Auch die Stauden sind, je stärker und älter sie werden, nicht mehr so gefährdet bzw. erholen sich schneller von Mäusefraß.
          Was mich mittlerweile mehr stört, sind die Gänge unter der Erdoberfläche, in die ich immer einbreche 😉
          Viel Spaß weiterhin an Deinem Projekt „Wiese zu Garten“.
          LG Eva

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top