06. Januar 2020 – Die Planung für das neue Gartenjahr

Der Buntspecht fühlt sich im Garten wohl

Der milde Winter dauert weiter an

Eigentlich könnten wir uns ja freuen (tun wir natürlich auch ;-), dass wir so einen milden Winter haben. Obwohl, so richtig einstellen können wir uns auf die Planung für das bevorstehende Gartenjahr noch nicht. Klar, Frosttage und Schnee haben wir auch in den letzten beiden Monaten gehabt. Doch das ist immer nur von kurzer Dauer gewesen. Das milde Wetter mit Temperaturen zwischen 2 und 8 Grad und viel Sonnenschein lässt auch die Tiere in Garten und Natur noch mal aufatmen. Die Vögel finden reichlich umherschwirrende und -kriechende Insekten und Früchte. Der Fuchs findet auf den benachbarten Wiesen ein schnee- und oftmals sogar frostfreies Jagdgebiet. Sogar das Gras wächst an südlich gelegenen Waldrändern. Was besonders unser Pony freut. Schließlich sind die Koppeln in der Winterruhe und eine Abwechslung zum Heu wird immer gerne angenommen.

Marley findet am Waldrand Gras zum futtern

Wie hat sich der Permakulturgarten im vergangenen Jahr entwickelt?

Wie Du anhand unseres Gartenplanes sehen kannst, hat sich im Laufe des letzten Sommers einiges verändert. Obwohl es sich bei unseren Pflanzen fast ausschließlich noch um Jährlingspflanzen handelte, explodierte die Vegetation förmlich. Wir haben bewusst nur sehr wenig in das natürliche Wachstum eingegriffen. Gerade soviel, dass wir uns im Garten bewegen konnten. Wir wollten hauptsächlich beobachten. Sehen, wie sich die Pflanzen entwickeln. Wieviel Platz sie wohl beanspruchen würden, wenn man sie einfach wachsen ließe.

Heimische Artenvielfalt

Wir begannen im Juli 2018 mit einem gemähten Brachland, pflanzten und säten bis in den Winter hinein. Wir wollten eine möglichst große, vor allem heimische Artenvielfalt ansiedeln. Das meiste bekamen wir von lieben Gartenfreunden geschenkt. Bei vielen Wurzeln oder Stecklingen wussten wir nicht, um was es sich handelte und so wuchsen später große und kleine, schmächtige und ausladende Pflanzen wild durcheinander. Für die zahlreichen Insekten und Erdbewohner ein Schlaraffenland. Für uns ein Genuß an Düften, Farben und Formen. Der Garten stand im vergangenen Sommer in einem Meer von Blüten.

Wilder Dschungel

Aufgrund der zum Teil willkürlichen Pflanzung nahmen die großen Pflanzen den kleineren Licht und Luft zum Wachsen. Insbesondere Kräuter wie Thymian, Bohnenkraut, Rosmarin, Curry- und Olivenkraut wurden durch die größeren Pflanzen in ihrem Wachstum mitunter stark begrenzt. Die ausladenden Pflanzen, wie z.B. der Beinwell und die Kapuzinerkresse, überwucherten die Pfade, so dass wir ab August nur noch über die Pflanzen hinwegsteigen konnten. Wir kamen uns vor wie in einem wilden Miniaturdschungel.

Mit Rindenmulch versuchten wir, uns die Wege zurück zu erobern, was uns jedoch nur spärlich gelang. Es sah am Anfang zwar gut aus, aber das Optimale war es noch nicht. Starkregen hinterließ Rinnsale im Mulch, Wühlmäuse brachten die Pfade zum “einstürzen”, es wuchs Gras hindurch und die jungen Erdbeerableger schlugen ihre Zelte auf dem Rindenmulch auf.

Erdbeeren wachsen auf dem Rindenmulch

Permakultur im Winter

Unser Permakulturgarten bietet gerade auch im Winter wichtigen Lebensraum für Insekten, Kriechtiere, Nager und Vögel. Wir lassen den Garten so wie er ist. Verwelkte Stauden und Blumen, Wild- und Gartenkräuter verbleiben an Ort und Stelle. Sträucher und Buschwerk werden nicht zurückgeschnitten. So bieten Stengel, Laub und Reisig Schutz und Überwinterungsmöglichkeiten für zahlreiche Gartenbewohner.

Garten im Winter bietet Schutz für viele Gartentiere
In unserem unaufgeräumten Garten überwintern zahlreiche Insektenarten und andere Gartenbewohner

Was haben wir für die kommende Vegetation geplant?

Viele Blumen, Gemüsepflanzen und Kräuter konnten sich im letzten Jahr (und auch schon im Herbst davor) versamen. Wir wollen schauen, welche Pflanzen sich in diesem Jahr von alleine zeigen. Theoretisch müsste es jede Menge Tomaten- und Kohlpflänzchen, Zwiebeln, Lauch, Rucola, Ringel- und Sonnenblumen, Kapuzinerkresse, Dill, Salate und Lein geben. Auch Gurken und Hokkaidokürbisse könnten erneut von alleine wachsen. Zahlreiche Stangen- und Buschbohnen sind im Garten verblieben. Auch sie könnten keimen. Dazu kommen die Saaten der Wildkräuter und aus der Winterfütterung der Wildvögel.

Dennoch stehen weitere Arbeiten zur Überlegung. So wollen wir z.B.

  • Kartoffelrosen im Bereich des Wassertanks pflanzen,
  • einige der Beinwellwurzeln ausgraben und mit Gartenfreunden tauschen,
  • gut geplante Wege mit Naturmaterialien anlegen,
  • den niedrigen, sonnenliebenden Kräutern einen geschützten Platz bieten,
  • Tomaten künftig hochbinden, damit sie nicht zu Mulch werden,
  • die Sitzgelegenheiten von Bewuchs freihalten,
  • den zum Teil morschen Gartenzaun ersetzen,
  • Pflanzen, die zu dicht stehen, versetzen,
  • mehr Unterschlüpfe für Insekten, Echsen und Amphibien gestalten,
  • weitere Nistmöglichkeiten für unsere Gartenvögel anbieten,
  • die Standorte von einigen Beerensträuchern neu überdenken und ggf. an die Gartenrandbereiche setzen.

Wir denken über Hochbeete auf der Betonfläche zwischen Wassertank und Geräteschuppen nach. Auch eine kleine Wasserstelle im Garten wäre schön. Da sind wir aber noch ganz am Anfang unserer Überlegungen. Mal schauen, wie das Gartenjahr so wird und welche Wege sich auftun.


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1 Kommentar zu „06. Januar 2020 – Die Planung für das neue Gartenjahr“

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