Die Ganzjahresfütterung unserer Gartenvögel

Winterfütterung der Wildvögel

Art- und wesensgerechte Fütterung

Wir gehören zu den Befürwortern einer art- und wesensgerechten Ganzjahresfütterung unserer Gartenvögel. Natürlich gibt es auch die Gegner und jede Seite hat ihre überzeugenden Argumente. Doch darüber wollen wir hier nicht diskutieren. Stattdessen wollen wir hier zeigen, wie wir unsere gefiederten Freunde gut durch die vier Jahreszeiten bekommen.

Die Vogelbeobachtung an den verschiedenen Futterstellen im Garten und auf dem Balkon ist für uns zu einem faszinierenden Hobby geworden. So erfahren wir Interessantes über die Verhaltensweisen der Vögel untereinander und lernen viel über die einzelnen Arten. Bewundernd schauen wir den kleinen Flugkünstlern zu, wenn sie an stürmischen Tagen die Futterstellen gezielt ansteuern. Mit unserer Nikon (mit Nikkor-Objektiv) bewaffnet, können wir hier schnell mal die Zeit vergessen.

Artgerechte und bedürfnisgerechte Winterfütterung

Wir achten auf ein artgerechtes Futterangebot entsprechend der verschiedenen Vogelarten. Dabei bieten wir nur ausgewähltes, qualitativ hochwertiges Futter an. Auch die Bedürfnisse der einzelnen Arten beziehen wir in unsere Futterplanung mit ein. Bei uns finden die Wildvögel trockenes Streufutter und verschiedene Mischungen Fettfutter in unterschiedlichen Formen und Spendern. So können wir Körnerfresser und Weichfresser gleichermaßen zufriedenstellen.

Unterschiedliche Bedürfnisse

Körnerfresser

Unsere Buchfinken und Meisen sind wahre Künstler im Knacken von Sonnenblumenkernen. Sie gehören zu den Körnerfressern. Sie ernähren sich von Kernen, Nüssen und größeren Saaten, die sie mit ihrem kräftigen, kurzen Schnabel gekonnt zerkleinern. Oft zwischen die Krallen geklemmt, sieht und hört man sie emsig hämmern. Während der Brutzeit erhalten sie die Kerne geschält und gehackt, damit die Nesthocker nicht an den Kernen ersticken. Zusätzlich füttern die Eltern auch reichlich Insekten. Um im Winter geballte Energie zu tanken, stellen wir ihnen Fettfutter in den unterschiedlichsten Formen zur Verfügung.

Weichfresser

Auf dem Speiseplan von Amsel, Specht, Kleiber und Rotkehlchen stehen hauptsächlich Insekten, Beeren und Obst. Auch kleine Weichtiere wie z.B. junge Schnecken und Würmer, werden gerne genommen. Im Winter suchen sich die Weichfresser getrocknete Beeren, übrig gebliebenes Fallobst und sammeln Samen von Stauden und Gräsern. Unsere Futterstellen bieten ihnen darüberhinaus energiereiches Fettfutter mit getrockneten Insekten, Früchten, Beeren und Sämereien.

Energiereiches Fettfutter für die Wildvögel
Energiereiches Fettfutter aus der eigenen Herstellung

Sauberkeit ist wichtig

Unser eigenes Fettfutter bereiten wir jeden zweiten Tag frisch zu (Rezept für unser Fettfutter). So gewährleisten wir, dass nichts schimmelt oder ranzig wird. Sämtliche Futterbehälter, die sich unmittelbar am Haus befinden, holen wir nach Einbruch der Dunkelheit ins Haus. Die Futterspender werden kontrolliert und die Schalen für das Fettfutter geleert und gereinigt. Auch die Futterstellen selbst und ihre direkte Umgebung säubern wir von Futterresten und Kot. Das hält u.a. auch die Mäusepopulation in Grenzen 😉

Ob diese Reinlichkeit notwendig ist, darüber sind sich die Experten nicht so ganz einig. Fakt ist jedoch, dass es in der Natur solche Futterplätze, an denen sich die unterschiedlichsten Vogelarten in reichlicher Anzahl tummeln, nicht gibt. Es ist nur ein Gefühl, aber wir können uns gut vorstellen, dass sich hier Krankheiten schneller ausbreiten und schwerer einzudämmen sind.

Buchfinkweibchen mit Papillomavirus an den Füßen
Ein Buchfinkweibchen mit dem Papillomavirus an den Füßen (Klumpfuß). Das Anbieten von Futterspendern- und Säulen und Sauberhalten des Futterplatzes kann dem Ausbreiten der Krankheit auf andere Finken entgegenwirken.

Unberechenbares Wetter

Ein weiterer Aspekt für das abendliche Einsammeln der Futterbehälter ist das Wetter. Regnet oder schneit es in der Nacht heftig oder friert es Stein und Bein, haben die Vögel am nächsten Morgen kein Futter. Es ist nass, vereist und muss leider oft entsorgt werden. Gerade Haferflocken werden rasch sauer und gären, wenn sie nass werden. Auch Katzen, in der Nacht unterwegs auf Balkon und Terrasse, markieren gerne die Futterstellen. Wir finden, das musst nicht sein. Die Arbeit an den Futterstellen dauert nur wenige Minuten am Abend. Am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang ist für Amsel, Meise & Co. der Tisch bereits wieder gedeckt.

Ganzjahresfütterung im Garten

Die Futterstellen im Garten bleiben rund um die Uhr geöffnet. Sommer wie Winter. Die einzelnen Futterbereiche befinden sich in einiger Entfernung zueinander. Hier bedienen sich, besonders an den heruntergefallenen Futterresten, auch andere hungrige Mäuler. Schließlich kommen ja auch die Rehe und Hasen und sicher noch andere Tiere in unseren Garten. So haben wir bemerkt, das in einer Nacht 6 (!) frisch aufgehängte Meisenringe “entwendet” wurden. Sie hingen etwa 2,5 Meter über dem Boden an dünnen Ästen der Bäume. In einer Winternacht haben wir auch zwei Erdnusssäulen verloren. Es fiel meterhoch Schnee, den der Fuchts für einen kapriziösen Sprung ausnutzte (wir konnten es später noch mehrmals beobachten). Er krallte sich den noch vollen Futterspender vom Ast und verschwand damit in seinem Bau.

Ganzjahresfütterung im Garten
Verschiedene selbst gemachte Futterspender in unserem Garten: Tassen mit Fettfutter, Röhre mit Meisenknödeln und Äpfeln, an anderer Stelle finden die Vögel noch mit Fettfutter gefüllte Blumentöpfe und Schalen mit Streufutter.

Tipp aus unserem Bücherregal

Vögel füttern, aber richtig

Kennst Du Prof. Dr. Peter Berthold? Er ist Ornithologe, war Direktor der Vogelwarte Radolfzell und ist Stiftungsrat der Heinz-Sielmann Stiftung. Darüberhinaus engagiert er sich beim Biotopverbund Bodensee, gibt zahlreiche Seminare und hält interessante Vorträge. Seit über 60 Jahren beschäftigt er sich mit unseren Wildvögeln und ist der große Befürworter der Ganzjahresfütterung.

In diesem Buch zeigt er auf, warum das Füttern von Vögeln zu Unrecht in der Kritik von Naturschützern steht. Er erklärt anschaulich und auf wissenschaftlicher Grundlage, was Vögel brauchen und wie wir mit natürlichen Futterquellen und geeigneten Futtermitteln einen wichtigen Beitrag zum Vogelschutz leisten können. Ein Bauplan für ein optimales Futterhaus ist ebenso im Buch zu finden, wie alles Wissenswerte über Futterstellen und Bedürfnisse der verschiedenen Vogelarten. Abgerundet wird das Standardwerk über die Ganzjahrsfütterung mit Porträts von 75 Vogelarten. Zusammen mit Welcher Gartenvogel ist das?* liegt dieses Buch bei uns immer griffbereit auf der Fensterbank.


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Tipp gegen Mäuse an den Futterstellen, auf dem Balkon oder im Haus

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