Tipps. Frühlingszwiebeln kann man mehrmals ernten

Tipps aus unserer Gartenerfahrung

Wenn man sich über längere Zeit mit Gärten beschäftigt (wir bewirtschaften seit gut 40 Jahren die verschiedensten Gärten), baut man sich mit der Zeit eine imaginäre Trickkiste, die immer größer wird, je mehr Tipps man hineinlegt. Diese vielfältigen Tipps wollen wir mit Euch teilen. Und wenn Ihr selber Tipps aus Eurer Trickkiste verraten wollt, freuen wir uns über einen Kommentar am Ende dieser Seite.

Tipps alphabetisch sortiert nach Bereichen

Gemüse

Die Wurzeln von gekauften Frühlingszwiebeln kannst Du einpflanzen und erneut austreiben lassen. Auf diese Art kannst Du mehrmals im Jahr Frühlingszwiebeln ernten und sparst Geld. Außerdem brauchst Du viel weniger Zwiebeln anpflanzen, da Du bis zum ersten Frost mit Frühlingszwiebeln versorgt bist. Die Frühlingszwiebeln werden dabei immer länger (50 cm) und dicker und erreichen daumendicke Triebe (wie ganz oben auf dem Beitragsbild zu erkennen). Das gelingt u.a. auch mit gekauftem Porree, Ingwer und Salatherzen. Du glaubst es nicht? Probier es aus!

Winterheckenzwiebeln sind winterharte Lauchzwiebeln, die Stauden bilden. Sie bilden keine Zwiebeln, sondern nur Lauchschlote. Sie sind ideal als Beetumrandung von Gemüsebeeten und lassen sich das ganze Jahr über ernten. Sie wachsen ständig nach und bilden im Sommer herrliche weiße Blüten, die von Schmetterlingen und Bienen aufgesucht werden.

Im Herbst gepflanzter Knoblauch (wie dieser hier) kann bereits im Frühsommer geerntet werden = frischer Knoblauch. Im Frühjahr gepflanzter Knoblauch lässt sich im Herbst zu Zöpfen flechten und trocknen = Lagerknoblauch. So hat man rund ums Jahr immer eigenen Knoblauch im Haus.

Kompost

Flächenkompostierung ist der Natur nachempfunden. Du kannst Deine Küchen- und Gartenabfälle zum Mulchen verwenden, sie verstreut auf die Beete werfen oder gezielt damit ein Rasen-/Wiesenstück dick bedecken, um es urbar zu machen. Es versteht sich von selbst, dass Du nur pflanzliche Abfälle in den Garten bringst. Die weitverbreitete Angst, sich Ratten und andere Aasfresser in den Garten (und ins Haus) zu holen, entsteht in der Hauptsache dadurch, dass tierische Abfälle in den Kompost verbracht werden.

Kompostsilos oder Komposthaufen sind eine gute Alternative, wenn Dein Garten sich noch im Aufbau befindet oder er sich z.B. in einer Kleingartensiedlung befindet, in der Flächenkompostierung unerwünscht ist.

Mulchen

Alte Teppiche und Läufer eignen sich hervorragend als Mulch. Damit kann man größere Flächen urbar machen, ohne selbst arbeiten zu müssen. Einfach den Teppich mit der Oberseite auf das entsprechende Wiesenstück legen und liegen lassen. Unter dem Teppich geht das Gras ein, neues wird im Keim erstickt. Man muss dafür das Gras nicht erst mähen, sondern kann den Teppich einfach auf das hohe Gras legen – der Vorgang der Rotte dauert dann nur etwas länger, als auf gemähtem Gras. Nimmt man den Teppich nach einiger Zeit weg, kann man das erstickte Gras einfach mit der Harke abziehen. Der Boden ist ohne weitere Bearbeitung bereit zum Pflanzen oder Kartoffeln legen.

Pappe ist ein hervorragendes Mulchmaterial, um ein Stück Wiese ganz ohne dein Zutun urbar zu machen. Die Kartons sollten möglichst naturbelassen, ohne (Hochglanz-)Farbdruck und Aufkleber sein. Auch das Paketband entferne vorher, wenn es nicht aus Papier ist, da es nicht verrottet. Du kannst die Kartons mit Erde, Holz, Steinplatten oder Gartenmöbeln beschweren, damit sie nicht wegfliegen.

Organisieren

Ein Gartenplan macht mir Spaß und gibt mir im Laufe der Zeit Aufschluss darüber, wie sich der Garten entwickelt. Aussaaten und Pflanzungen lassen sich leichter organisieren und auswerten. Anhand des Planes kann ich Erfolge und Mißerfolge aufzeichnen und so einen gesunden Garten schaffen. Der Gartenplan zeigt mir, welche Pflanzen gut miteinander harmonieren und wo ich noch optimieren kann. Mit ihm kann ich nachhalten, wann ich welche Arbeiten verrichtet habe, welche Tiere sich wann und wo einfinden und natürlich auch, was und wieviel sich im Jahresverlauf ernten lässt.

Wiederverwerten: Übernimmt man einen alten Garten, sollte man mit Aufräumarbeiten und Entsorgen vorsichtig sein. Man kann ganz toll improvisieren, besonders in einem Naturgarten. Vieles, was auf den ersten Blick unbrauchbar aussieht, lässt sich wiederverwenden oder umbauen. Egal ob Steine, Totholz, Gitter, kaputte Gefäße etc.

Es müssen nicht immer Pflanzen aus der Baumschule oder der Gärtnerei sein. Auch Topfkräuter aus dem Supermarkt lassen sich im eigenen Garten oder Balkonkübel einpflanzen und kultivieren. Sie sind häufig im ersten Jahr noch zart, holen das aber, wenn sie gut überwintert haben, im darauffolgenden Jahr wieder auf.

Es lohnt sich, öfter mal die örtlichen Kleinanzeigen zu durchforsten. Vieles an Pflanzen, Gerätschaften und Zubehör, bekommt man geschenkt oder für kleines Geld. Auf diese Weise haben wir in dieser kurzen Zeit schon komplett kostenlos Pflanzkästen, Blumentöpfe, Pflanzen, Gitter, 25 qm Stallmatten für den Paddock unseres Ponys und Dachrinnen bekommen

Pflanzen

Beinwell oder auch Comfrey genannt ist eine wertvolle Mulchpflanze für Obstbäume und Beerensträucher, insbesondere gegen Mehltau. Auch als Pflanzenjauche gibt sie ihre Wirkung an die Nutzpflanzen ab. Als Kompostsstarter ist die Jauche ebenfalls (mit Wasser verdünnt) geeignet. Die Blätter, als Mulch um die Pflanzen gelegt, geben ihre Nährstoffe besonders gut an Starkzehrer wie z.B. Kohlpflanzen, Kartoffeln, Kürbis, Sellerie, Tomaten und Paprika ab, und fördern damit deren gesundes Wachstum. Du kannst die Blätter gleich ins Pflanzloch geben und/oder später die Pflanze damit mulchen. Wichtig ist das Schneiden der Blätter vor der Blüte. Beinwellpflanzen sind schnell- und leichtwüchsig und benötigen pro Pflanze etwa 1 m Platz.

Preisspartipp! Im Supermarkt habe ich vor einigen Tagen in der Gemüseabteilung 2 Bio-Topfkräuter für je 1,49 Euro gekauft. 1 x Hugo-Minze (Mentha speciosa “Nemorosa”) und 1 x Bohnenkraut. Zuhause habe ich die Minze in 4 Einzelpflanzen geteilt und im Garten an verschiedenen Stellen eingepflanzt. Minze ist robust und wächst super gut an. Das Bohnenkraut habe ich ebenfalls zerteilt und in 11 Einzeltöpfe umgetopft. Sie stehen in der Küche auf der Fensterbank und kommen tagsüber raus auf den Balkon. Das Bohnenkraut setze ich später im Garten zwischen die Bohnen.

Pflanzenjauche und Mistjauche sind die Nummer 1 der Flüssig-Düngemittel im biologischen Garten und dazu noch fast zum Nulltarif. Einfach in einen Plastikbehälter (Eimer, Tonne oder Wanne) zur Hälfte Brennesseln und/oder Beinwell bzw. Mist geben und mit Wasser bis zum Rand auffüllen. In die Sonne stellen und täglich 1 – 2 mal umrühren. Die Jauche ist fertig, wenn sich die Pflanzen bzw. der Mist fast aufgelöst haben. Jetzt kann man die Jauche entweder durch ein Sieb seihen und in einen Kanister abfüllen. Oder einfach so aus dem Eimer von oben abschöpfen. Pflanzenjauche und Mistjauche werden in der Regel 1:10 verdünnt (1 Teil Jauche auf 10 Teile Wasser). Mehr Infos dazu, welche Nährstoffe die Pflanzen brauchen und in welchem natürlichen Dünger sie enthalten sind, findest Du auf der Seite von gartengnom.

Schnecken

Gegner des Mulchens bestehen ja darauf, das Mulch die Schnecken anzieht, die dann über das Gemüse herfallen. Das mag für einen “sauberen” Garten zutreffen, in dem die Schnecken nichts außer Kulturgemüse vorfinden, das sie sich dann in der Nacht schmecken lassen. Schnecken verstehen sich jedoch in erster Linie als die Polizei des Gartens, vertilgen Küchen- und Gartenabfälle und verwandeln diese durch ihre Ausscheidungen in wertvollen Humus. Sie schlummern am Tage unter Mulch, alten Brettern, Gefäßen und Steinen und verrichten in der Nacht ihre Arbeit.

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