18. April 2020 – Miniteich für Vögel und Insekten

beitragsbild_wasserstelle

Was wäre es doch schön, einen Teich im Garten zu haben. Eine naturnahe Wasserstelle, die heimischen Amphibien, Libellen, Sumpf- und Wasserbewohnern Lebensraum bietet. Vögel und Insekten können dort ihren Durst stillen, ebenso wie die anderen tierischen Gartenbesucher und -bewohner. Das Ufer dicht bepflanzt mit schattenspendenden Stauden, Gräsern und Blumen, im Teich schwimmen Linsen und Seerosen. Soweit sind wir leider noch lange nicht, doch Träumen ist erlaubt 🙂

Klein anfangen mit einem Miniteich

Zunächst geht unsere Überlegung dahin, den zahlreichen Vögeln, Bienen, Hummeln und anderen Insekten eine Trinkmöglichkeit zu bieten. Uns ist wichtig, dass niemand darin ertrinken kann. Falls doch mal ein Insekt baden geht, soll es gleich einen rettenden Halm oder Stein zum rauskrabbeln vorfinden.

Der Platz

Als Standort haben wir keine große Wahl, da nahezu überall etwas wächst. An einer Stelle jedoch haben die Wühlmäuse in diesem Winter außer zwei Stachelbeersträuchern nichts übrig gelassen haben. Dieser Bereich (gelber Pfeil) liegt ab Mittag im Schatten der Haselnuss und hat eine leichte Hanglage von ca. 15%.

Der Platz im Garten für den Miniteich

Das Material

Als Material für den „Teich“ soll uns eine runde 65-Liter Mörtelwanne dienen, die derzeit ungenutzt im Schuppen steht. Weiterhin benötigen wir Kieselsteine in unterschiedlichen Größen, die an den Rändern der Beete liegen (siehe Foto oben).

geräteschuppen

Vorarbeiten

Zunächst setzten wir die beiden Stachelbeerbüsche um, damit wir ungehindert arbeiten können. Meinen anfänglichen Plan, den Teich am Fuße des kleinen Hangs zu setzen, zerstreut Wolfgang. Zu groß ist die Gefahr, dass Starkregen das darüberliegende Erdreich in den Teich schwemmt. Wir müssten den Hang mit Palisaden oder Pflanzsteinen befestigen, die wir jedoch nicht zur Verfügung haben. Wolfgang geht stattdessen den umgekehrten Weg und beginnt mit der Grabung am oberen Bereich, nahe des Weges. Das Erdreich entpuppt sich als extrem locker, die Wühlmäuse haben ganze Arbeit geleistet 😉 . Das Loch wird so tief, dass die Oberkante der Mörtelwanne fast bündig mit dem Erdreich abschließt. Aufgrund der Hanglage ist der Oberteil der Mörtelwanne noch sichtbar. Wolfgang löst das Problem mit einem steilen, mit Steinen gestuften Erdwall, der bis an die Oberkante der Wanne reicht.

Jede Menge Steine

Während Wolfgang weiter den Hang optimiert, beginne ich mit dem Befüllen der Wanne. Schnell wird mir klar, dass ich dafür eine Unmenge an Steinen benötige, bis ich an der Oberkante ankomme. Da unsere Menge an Rundkieseln jedoch begrenzt ist, behelfe ich mir zunächst mit einem alten, sauberen 10-Liter Baueimer, den ich umgekehrt auf den Boden der Wanne stelle. Dann fülle ich die Wanne zu etwa 3/4 mit Wasser auf. Nun kommen die Steine zum Einsatz. Erst die größten nach unten, dann die immer kleiner werdenden nach oben. Bis sie die Wasseroberfläche durchbrechen und so für die nötigen Trockenzonen sorgen, damit die Insekten gut anlanden können.

Bepflanzung

Zur Bepflanzung des oberen Randes vor dem neuen Miniteich suche ich die im Garten verstreut sitzenden weißen Lilien, die mit der vollsonnigen, trockenen Lage und dem harten Boden nicht so glücklich sind und sich nur spärlich entwickeln. Hier, im Halbschatten und der von Natur aus feuchteren Erde, wird es ihnen sicher besser gefallen. Zudem befestigen sie mit ihren dicken Rhizomen das Erdreich rund um den Teich und tragen damit zur Stabilität des Ganzen bei. Zum Schluss kommen in den Teich noch kleine Stöckchen als zusätzliche Rettungsanker.

Wie geht´s weiter mit dem Miniteich?

Im Internet schaue ich nach, ob und was ich vielleicht noch in den Teich setzen kann. Bei einem Durchmesser von ca. 50cm und etwa gleicher Tiefe gibt es da nicht viel Auswahl. Meine Überlegung ist dabei, etwas zu finden, dass eventuell die Wasserstelle frei von Algen hält und das Ganze nicht gleich überwuchert. Nach einiger Recherche finde ich die Muschelblume, die man auch Wassersalat nennt. Sie schwimmt auf der Oberfläche, ist mit wenig Platz zufrieden und braucht für ihre Entwicklung Trübstoffe und Algen, die sie aus dem Wasser zieht. Werden sie im Laufe der Zeit zuviel, fischt man sie einfach ab. Perfekt! Die Muschelblume habe ich über den Pflanzen-Tauschgarten erhalten.

muschelblume_im_miniteich

Einige Tage später…

Ich traue meinen Augen nicht, als ich einige Tage später wie jeden Morgen den Teich besuche. Statt der makellos schönen Muschelblumen finde ich das vor:

muschelblume_mit_frassschaden
Zahlreiche Muschelblumen sind an- oder weggefressen

Der Übeltäter…

Wir überlegen hin und her, wer sich hier wohl den Bauch voll geschlagen hat. Erst haben wir unsere Vögel in Verdacht, dann die Mäuse, den Igel und alles was die Wasserstelle vielleicht sonst noch nutzt. Aber schlauer wurden wir nicht. Heute morgen bin ich ganz früh, die Dämmerung war noch nicht abgeschlossen, in den Garten um vielleicht etwas zu sehen. Und dann ertappte ich sie tatsächlich, als sie sich gerade wieder davonschleimen wollte…

schnecke_im_teich
Nicht mal die Muschelblumen im Teich sind vor den Nacktschnecken sicher 🙁

3 Monate später ist der Teich bewohnt

Bereits Ende Juni zeigen sich die ersten Bewohner im von Borretsch und Lilien umwachsenen Teich: Frösche. Es sind verschiedene, die sich hier einfinden: Kleine, große, braun-gestreifte, gelb-grün gesprenkelte, mal allein, mal zu zweit…..

frosch im teich

4 Kommentare zu „18. April 2020 – Miniteich für Vögel und Insekten“

  1. Ich hab auch vor 3 Wochen einen Miniteich angelegt. Mit etwa 150l Inhalt, schätze ich… Eingesetzt hab ich Fieberklee, Zwergrohrkolben, Sumpfdotterblume und irgendein Laichkraut aus einem Nachbarteich. Jetzt hoffe ich ganz stark, dass sich bald soviel Leben einstellt, dass nicht nur Gelsenlarven drin wohnen. Die beiden eingesetzten Rückenschwimmer haben es glaub ich nicht überlebt, aber den Schnecken taugts. Vögel und Insekten sind schon fleißig zum Trinken da :-). Weißt du, ob es Sinn macht, Tiere wie Rückenschwimmer einzusetzen, oder stellen sich die auch rasch von selbst ein? Liebe Grüße, Sigi

    1. Hallo Sigrun,
      für mich ist dies die erste Beschäftigung mit dem Thema Teich überhaupt.
      Habe also selber noch keinerlei Erfahrung und möchte erst mal beobachten, wie sich der von uns angelegte Miniteich im Laufe des Sommers verhält und entwickelt.
      Nun ist unser Bassin ja recht klein. Ob sich da was ansiedeln wird? Jetzt haben wir erst mal die Muschelblume eingesetzt (siehe neu hinzugefügtes Bild am Ende des Beitrags).
      Liebe Grüße
      Eva

  2. Ich hoffe du hattest die erhofften Erfolge mit dem Miniteich! Das Projekt ist sehr schön geworden, obwohl es von der Schnecke angeknabbert wurde.

    Liebe Grüße,
    Marcel

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